2016 03 16 Polizei im Haus 02Bernd Herold (Polizeihauptkommissar und Jugendbeamter) klärt über Mobbing und Whats App im Internet auf.

Mein Tipp: Lesenswert für Eltern , bzw. Eltern mit ihren Kindern, die sich über dieses Thema unterhalten sollten.

Ich selbst war total entsetzt, als Herr Herold fragte, wer denn von den 6.Klässlern alles bei Whats App ist. Erstaunlich war, dass nur wenige Schüler nicht bei Whats App sind. Auf die allgemeinen Geschäftsbedingungen und ob der Zugang zu Whats App in dem Alter sinnvoll ist, darauf wird noch später zurückgekommen. Denn wenn man im Netz etwas verbreitet, dann kann die Misere anfangen.
Out ist im Moment Face Book, aber dafür gibt es viele andere Möglichkeiten, sich übers Internet auszutauschen. Und keiner ahnt, was er damit alles anrichten kann, Bilder ins Netz setzen, die sind nicht gleich wieder gelöscht , selbst wenn du das glaubst.
Kinder bewegen sich in einem Internetbereich, für den sie noch nicht alt genug und noch nicht reif genug für die Benutzung sind. Außerdem verstoßen sie gegen die allgemeinen Geschäftsbedingungen, denn Whats App ist erst ab 16 Jahren erlaubt. Es ist also verwunderlich, wie viele Kinder ab 12 Jahren sich damit schon befassen.

Erste Botschaft:

Jemand schreibt dir tolle Zeilen im Netz, du kennst die Person nicht, beim ersten Date sollten die Eltern dabei sein. Du hast nämlich keinen Plan, wer da kommt. Du erwartest einen jungen, hübchen Mann und dann erscheint da ein Erwachsener von fast 50 Jahren.

Falls ihr es nicht wisst, Face Book und Whats App heben alle deine gesendeten Daten auf. Wenn du also denkst, es ist gelöscht, dann ist hier mal gar nichts gelöscht.

Beispiel:

Ich gebe dir jetzt mal eine Watschen. Bist du schon gemobbt? Nein, es ist Körperverletzung.
Also, ab wann fängt Mobbing an? Regelmäßig, jeden Tag es immer auf ein und dieselbe Person abgesehen zu haben. Es muss auch über eine gewisse Zeit gehen. Und die, die es machen, sagen immer:" Das war nur Spaß." Hier wird systematisch jemand fertig gemacht und zwar ganz bewusst. Hier fängt die Lügerei schon an, Gerüchte werden verbreitet. Je länger es dauert, desto schlimmer wird es.

Wie sieht eine Mobbingsituation aus?

Du brauchst einen Täter, ein Opfer und Zuschauer, die nichts unternehmen, weil sie selbst Angst haben gemobbt zu werden. ABER: Du musst die einzelne Person verteidigen, du musst Courage zeigen, aber oft wird dies nicht geschafft. Viele Zuschauer werden zu Mitläufern anstatt etwas dagegen zu unternehmen. So nach dem Motto: Hauptsache trifft es nicht mich. Aber so sollte es nicht sein!!! Und das Opfer hat jetzt nicht nur den Täter gegen sich, sondern auch einige der Mitläufer. Der Teufelskreis wird immer enger und es werden immer mehr Personen, die mobben.

Vielfach will das Opfer nicht, dass ihm geholfen wird. Woran liegt das wohl? Es hat Angst, dass es noch schlimmer wird. Aber du musst dich davon lösen.

Erste message an alle Opfer der Welt: Lasst euch helfen!

Haltet den Mund und liefert keine neue Munition für die Täter.

Warum wird ein früheres Opfer heute zum Täter? Ganz einfach: Wer Täter ist, kann kein Opfer mehr sein.

Manche denken, wenn sie Täter sind, sind sie cool. Das ist aber alles andere als cool, wenn ich ständig damit beschäftigt bin, andere fertig zu machen. Cool bin ich dann, wenn sich Menschen auf mich verlassen können, z.B. bei Vertrauensübungen im Sportunterricht.
Was man nicht vergessen darf: Jeder oder Jede kann Opfer werden.

Themenwechsel: Cybermobbing.

Was ist das? Mobbing im Internet. Und wenn du jetzt in der Schule gemobbt wirst, dann geht das zuhause über die Mails weiter. Ein guter Tipp wäre hier, darauf nicht zu reagieren, denn das wurmt den anderen besonders. Der denkt sich: Wie, der meldet sich nicht, was denkt der sich denn? Und das Ganze macht keinen Spaß mehr.

Thema: Recht am eigenen Bild.

Auf einem gemeinsamen Wandertag machst du von einer Gruppe Fotos. Leider hat sich eines der Mädchen am Apfel verschluckt und spuckt rum und genau das hast du auf Foto und du lädst es auch noch auf you tube runter. Darfst du das? Nein, denn du brauchst das Einverständnis der photographierten Person. Es gibt da ein Gesetz, das dieses Problem regelt:" Bilder dürfen nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt werden." Verstößt du gegen diese Regel und wirst erwischt, dann bist du vorbestraft.

Ausnahmen gibt es allerdings auch:" Ohne Einwilligung dürfen verbreitet werden: Bilder aus dem Bereich der Zeitgeschichte, Bilder, auf denen Personen nur Beiwerk sind, Demonstrationen oder Versammlungen." Aber: Ganz einfach: Wenn du von jemandem ein Photo machen willst, dann brauchst du dessen Einwilligung.

Stichwort: Strafrecht - Zivilrecht

Was du nicht vergessen darfst: Wenn du irgendwelche bösartigen Dinge über eine andere Person verbreitest und man erwischt dich, d.h. du wirst dann angezeigt und bestraft und das Ganze ist auch noch für später aktenkundig. Man muss beachten, dass es den Unterschied zwischen Strafrecht und Zivilrecht gibt. Nach dem Zivilrecht kannst du dazu verdonnert werden, Schmerzensgeld zu bezahlen. Zwar verdienst du als Kind noch kein Geld, aber es gibt einen sogenannten Schuldtitel, der besagt, dass das Opfer innerhalb der nächsten 30 Jahre dieses Schmerzensgeld noch von dir einfordern kann.

Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches durch Bildaufnahmen:

Es macht sich strafbar, wer von einer anderen Person Bilder macht oder überträgt,
die sich in einer Wohnung befinden,
oder in einem besonders geschützten Raum befindet,
und dadurch den höchstpersönlichen Lebensbereich verletzt."
Es wird auch bestraft, wer so ein Bild gebraucht oder anderen zugänglich macht.
Die Bildträger und Bildaufnahmegeräte und alle technischen Mittel , die verwendet wurden, können eingezogen werden."

Wenn dir jetzt jemand so ein Bild schickt und du gibst es weiter, dann bist du genauso dran wie derjenige, der das Bild verschickt hat. Du musst es löschen und am besten noch den Namen der Person bei einer Vertrauensperson angeben, damit demjenigen das Handwerk gelegt wird. Das wäre dann Zivilcourage und cool.

Bernd Herold machte uns die Problematik dieses Themas an vielen Beispielen sehr anschaulich.

Vielen Dank, lieber Bernd, wir hoffen, dass es etwas gebracht hat.

Nun noch einige Tipps:

Eine Warnung noch: Was du heute ins Netz stellst und absolut toll findest, wird im Netz nie gelöscht und das Ganze kann eines Tages wie ein Bumerang zu dir zurückkommen.

Überlegt euch auch gut, welche Bilder ihr ins Netz stellt. Am besten gar keine.

Wenn du mal eine Party starten willst, lade nicht über Whats App ein. Was meinst du wohl, wie viele Leute da kommen?

Wenn du mal keinen Bock auf Schule hast und dann eine amokähnliche Message losschickst. Du wirst festgenommen usw...( ich möchte hier keinen Krimi schreiben ).

Es gibt Passwörter, die deine Seite sichern. Es gehört nur dir und nicht deiner besten Freundin. Denn wie lange wird das deine beste Freundin sein?

Eure /Ihre Kerstin Wobschall

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